Was ein weiterer wundervoller Tag...
Ich starte heute so früh wie noch nie auf dieser Tour und das liegt nicht an besonders frühem, sondern eher an etwas dürftigem Frühstück.
Es ist ok, aber wenn ich über das Preis-Leistungs-Verhältnis nachdenke, gerät die teuerste Übernachtung der Tour an dieser Stelle schon ein wenig in Schieflage: In der Pension an der Donau habe ich für genau die HÄLFTE des Preises ein ebenso schönes Zimmer gehabt (und ohne ggf. fragwürdige nächtliche Frauengesellschaft im Schlafzimmer), hatte dort Ausblick auf die Donau/hier in die Berge aber als einziger Gast erlebte ich dort ein Frühstückbuffet der Extra-Klasse. In einer einfachen Pension.
Naja, so komme ich immerhin früher los und ich bin hier ja nicht zum Schlemmen oder Laufen oder Trainieren, sondern zum nett durch die Gegend spazieren.
Apropos nett und Futter:
"Am Fürtherbach", so, so: Man merkt schon, daß dies hier um Frankenburg noch den Bezug zu Franken hat...
Wobei ich in diesem Moment - kurz nach dem Start - gar nicht mal unbedingt an die legendäre Feindschaft zwischen Nürnberg und dem benachbarten Fürth denke oder an mein gescheitertes Friedensprojekt in den Alpen zum 100. Jahrestages des Endes des Gebirgskrieges am Zentralalpenweg 2017, Tag 57 weil es einfach keinen Weg von Fürth (Tag 45) nach Nürnberg - bzw. den gleichnamigen Hütten in den österreichischen Bergen gibt, wie damals empirisch beim glücklosen Versuch nachgewiesen werden konnte.
Vielmehr geht es um eine Sache, die schon ein paar Tage länger zurückliegt: Korsika (eine französische Insel übrigens - mit der ich WEITERHIN noch eine Rechnung namens GR20 offen habe), 1993...
Seither lese ich bei allen "Füttern verboten"-Schildern immer unterbewußt "Fürthern verboten". Das war damals ein geflügeltes Wort - und ich vergesse manches nicht ganz so schnell, vorzugsweise Schönes & Schlimmes, (wobei ich ja überhaupt nicht nachtragend bin, siehe beispielsweise Wien-Nizza, Tag 74).
Wie es scheint, habe ich das aber weder 2017 noch 2022 (Verona - Salzburg, Tag 23) bei meinen Besuchen auf der Neuen Fürther Hütte zum Thema gemacht ?!
Ich habe gar keine Ahnung, wie ich jetzt gerade darauf komme.
Das ist eine grobe bis groteske Lüge.
Jedenfalls fuhren zwei (virtuell) halbe Busse an Jugendgruppen, die (real) aber vermutlich bzgl. Fährübersetzen eher als einer zu sehen waren aus Franken nach Korsika. Und die beiden Gruppen waren sich nicht wirklich grün. In JEDEM Fall weniger als die beiden entsprechenden Spechte des Tages...
Wo waren wir vor meinen Abschweifungen stehen geblieben ?
Ah, nach 5,5 Kilometern und den ersten 190 Aufstiegsmetern des Tages geht es nach einer Stunde unterwegs weg von der Straße und auf einen schönen Waldweg.
Bereits weitere 15 Minuten später bin ich zurück am Marienwanderweg 1 und damit auch am 810er, dem Rupertiweg.
Nun, zurück auf meiner eigentlichen Hauptroute geht es vorwiegend gen Nordwest und insbesondere durch den Wald.
Ausnahmen bestätigen die Regel.
Der Weg ist jedenfalls im Mittelteil heute sehr abwechslungsreich und ich habe wieder meine helle Freude am einfach nur schönen Tag - auch wenn es heute nicht ganz so warm ist und die Beine somit dranbleiben.
Am höchsten Punkt des Tages, ist das Gasthaus zwar schon lange wegen Pension geschlossen, aber immerhin gibt es noch ein i-Tüpfelchen obendrauf, was gerade wegen defektem Kassenautomat sogar gratis ist.
Zusatzhöhenmeter umsonst ? - Manchmal kann man wirklich an den Resten von Menschenverstand bei mir zweifeln (würde u.a. mein Vater an dieser Stelle evtl. einwerfen). Also nichts wie rauf auf den Turm...
Von der Steiglbergwarte kann man die Alpen in der Ferne im Süden ganz gut sehen...
Und andere Gestalten eher in der Nähe...
Das österreichische Bundesheer ist bei meiner Pause am Fuß des Turms dann beim improvisierten Aufbau eines ??? beschäftigt: Ob der Abspannungen in drei Richtungen vermute ich Funkmast, aber das Endergebnis erlebe ich nicht mehr mit, weil ich schon längst weiter gezogen bin.
Im Abstieg entdecke ich ein anderes Pärchen: Eng ineinander verschlungen, einander verbunden und gemeinsam gestrandet...
Immerhin mit Aussicht und ohne Leck geschlagen zu sein :-)
Der Kobernaußer Wald - wo ich gerade unterwegs bin - gilt übrigens als "eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Österreichs" (und bevor aus Kärnten jetzt wieder kritische Zweifel kommen: Stand am Aussichtspunkt, er zitiert nur ganz üblich unbedingt unschuldig).
Nach jedem Anstieg erfolgt auch heute wieder eine rasante Abfahrt - äh, nein, jetzt gingen die Pferde (oder doch der Early-Grey mit Kondensmilch in hoher Dosis) mit ihm durch...
Der Anstieg nach Frauschereck ist ganz schön heftig. Als ich an der T-Kreuzung oben an der Paßhöhe ankomme, schnaufe ich direkt ein wenig und bin entspannt, weil der weitere Weg so klar ist:
Vermeintlich.
Wie sich ca. 30 Minuten später wird herausgestellt haben, als ich einen großen Kreis und den Steilanstieg im Déjà-vu-Modus ein ZWEITES MAL hoch gelaufen bin :-o
Lessons to learn:
1. Die meinen das andere rechts !!!
2. Der Obmann lechzst doch nach solchen Berichten und freut sich bestimmt gerade tierisch.
3. Vertraue nur Deinem eigenen GPS mit Deiner eigenen Planung. Und schau auf's Display !
4. Erfreue Dich an Begegnungen mit hilfsbereiten, unglaublich netten Einheimischen, die Du sonst nie gehabt hättest. In jeder Lebenslage.
5. Versprich NIE(mandem), daß die heutige Etappe bestimmt keine 30 Kilometer haben wird.
Evtl. hat die folgende Katze kurz vor dem Ende von Frau Schereck auch bereits diese Ehrenrunde mehrfach/unfreiwillig hinter sich:
Was ihr offensichtlich (Obmann liest mit) noch keiner sagte: Ich stehe nicht unbedingt auf Katzen vom Typ Wischmopp-Verschnitt - oder bin ich einfach nur neidisch auf lange (dichte) Haarpracht :-o
Mein Wechsel zwischen Wald und freier Fläche geht jedenfalls munter weiter, während ich weiter gen Nordwesten spaziere...
Kurz vor Maria Schmolln habe ich dann wieder eine kleine Optimierung eingebaut (die nämlich eigentlich die Etappe auf unter 30 Kilometer gedrückt hätte) und weiche vom 810er auf einen lokalen Wanderweg ab.
Der ist hier aber sogar viel schöner als die Forstautobahn auf der Hauptroute:
So erreiche ich mein Quartier am südöstlichen Ortsrand von Maria Schmolln (optimierte Logistik ist alles) nämlich am einfachsten und direkt.
Für den weiteren Weg morgen, ist das auch nicht ganz ungeschickt...
Begegnungen:
- 1 Milan
- 1 Grünspecht
- nette Einheimische, die mir Hilfe anbietet, als ich irgendwie lost bin
- 1 kautzig-komische (Heilige Birma- ?) Katze
- 1 Grünspecht
















Nanu, was denn los, kein Update? Sitzt du im Funkloch?
AntwortenLöschenEr ist schon wieder zu Hazse, aber der normale Wahnsinn hat ihn wieder ;)
LöschenFAST richtig ;-b
LöschenNope: Auf dem Berg (Hausnummer: 22)
LöschenDann ist ja mehr oder weniger alles gut. Hab mir schon Sorgen gemacht.
AntwortenLöschenUnkraut vergeht nicht :-)
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